Kein Muskelkater nach dem Sport: Gut oder schlecht?

Kein Muskelkater

Du hast mal wieder bis ans Limit trainiert – und dennoch setzt kein Muskelkater ein. Bedeutet der ausbleibende Schmerz, dass der Sport nicht effektiv war? Lies die Antwort und weitere überraschenden Fakten über Muskelkater …

Was deine Muskeln dir sagen wollen

Beim Thema Muskelkater scheiden sich die Geister. Bestraft er uns dafür, es mit dem Training übertrieben zu haben? Oder ist er notwendiges Übel, um das Leistungsniveau zu steigern? Wir haben die Antworten für dich herausgefunden – und sind dabei auf erstaunliche Tatsachen gestoßen.

Andere Ursachen als Experten dachten

Lange Zeit hielten Wissenschaftler zu viel Milchsäure für den Übeltäter. Denn jedes Training erhöht den Laktatspiegel. Doch heute weiß man: Winzige Risse der Muskelfasern verursachen den typischen Schmerz bei Muskelkater. Die entstehen wiederum durch mehr Belastung und ungewohnte Bewegungsabläufe. Alles, was den Muskel weiter dehnt als sonst, führt verstärkt zu Mikroverletzungen. Dazu zählen Sportarten, bei denen du häufig abbremsen musst, wie Tennis, Squash, Fußball oder Hanteltraining.

Da theoretisch jeder Muskel im Körper verkatern kann, trifft es auch durchtrainierte Sportler – etwa wenn ihr Körper übermüdet ist oder sie neue Trainingsübungen durchführen.

Daran erkennt man Muskelkater

Muskeln können auch aus anderen Gründen wehtun. Ist der Schmerz nach einer, spätestens nach zwei Wochen verschwunden, spricht das für einen Muskelkater. Übrigens setzt er niemals direkt nach dem Training ein, sondern deutlich später, nach etwa zwölf bis 24 Stunden. Das liegt daran: Durch die Risse tritt Wasser in die Muskelfasern, so dass der Muskel leicht anschwillt und sich dehnt. Dieser Vorgang braucht Zeit und führt letztendlich zu den lästigen Symptomen, die jeder mal erlebt hat.

So schädlich oder nützlich ist dieser Kater

Ist er nun gut oder schlecht? Grundsätzlich ist der Muskelkater nützlich und sogar sehr wichtig: Dabei repariert dein Körper entstandene Schäden und baut die Muskeln weiter auf. Das tut er auch noch dann, wenn der Schmerz längst verschwunden ist. Dein Leistungspotenzial steigt also. So passt sich dein Körper an neue und ungewohnte Belastungen an. Ein Workout, das dir beim ersten Mal noch einen Muskelkater beschert hat, wird das spätestens beim übernächsten Mal nicht mehr tun. Außerdem heilt der Muskelkater komplett von allein aus, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.

Unser Tipp: Gönn deinem Körper im Falle eines Muskelkaters eine angemessene Pause. Umso fitter startest du ins nächste Training!

Unser Fazit

Gilt also die Devise: Kein Muskelkater = schlechtes Training? Treibst du regelmäßig Sport und führst Bewegungsabläufe korrekt aus, mach dir keine Gedanken. Dann bedeutet ein ausbleibender Muskelkater nicht, dass das Training kein Erfolg war. Im Gegenteil: Du hast deinen Körper sogar vorangebracht.

So stellst du fest, ob du dich weiter steigerst oder auf der Stelle trittst: Zähle die Wiederholungen bei Übungen, die Kilometer beim Joggen, die Gewichte beim Hantelheben. Steigen diese Zahlen und gehst du regelmäßig bis an dein Limit, ist alles im grünen Bereich.

Durch übertriebenes Training absichtlich einen Muskelkater verursachen? Besser nicht. Denn das kann auch mal zu größeren Verletzungen führen. Eine gute Idee dagegen: Bring immer mal Abwechslung in dein Trainingsprogramm. Testest du neue Sportideen aus, stärkt das andere Körperbereiche und deine Motivation, dich zu bewegen. Starte langsam und vorsichtig in neue Bewegungsabläufe. Wenn es dennoch zu einem Muskelkater kommt? Dann versuche es nach deinem nächsten Workout einmal mit Faszientraining, dass kann die Regeneration deiner Muskeln beschleunigen und einen schlimmen Muskelkater verhindern …