Faszientraining: Was ist Mythos, was ist Wahrheit?

Faszientraining Mythos Wahrheit

Ist das Faszientraining ein Multitalent oder einfach überschätzt? Um kaum ein anderes Thema ranken sich so viele fantastische Behauptungen. Wir decken auf, was davon leeres Gerede ist – und was das Faszientraining tatsächlich vermag …

Das bringt das Rollen wirklich

Vor einigen Jahren kam es zu der Entdeckung, dass uns das Bindegewebe nicht nur zusammenhält. Mit seinen unzähligen Nervenzellen ist es unter anderem ein wichtiges Sinnesorgan. Das daraus entstandene große Interesse am Thema Faszientraining heizt leider auch die Gerüchteküche an. So biegsam wie die Faszien scheint auch die Wahrheit: Die erstaunlichsten Theorien schwirren seitdem durchs Netz. Schade eigentlich, denn die Ammenmärchen lenken davon ab, wie nützlich das Faszientraining wirklich ist. Was steckt hinter den drei größten Mythen?

Wahr oder falsch? Faszientraining rollt Cellulite weg

Das Gerücht. Angeblich soll es mit der Faszienrolle erstmals möglich sein, den Kampf gegen die Orangenhaut zu gewinnen. Damit würde ein Traum für rund 80 Prozent der Frauen wahr werden.
Das ist dran an diesem Mythos. Leider nicht viel. Unschöne Dellen lässt Faszientraining nicht verschwinden. Aus der Traum? Noch nicht ganz …
Wie Faszientraining wirklich hilft. Nimm die Faszienrolle ruhig wieder in die Hand: Es lohnt sich, sie auch in dieser Problemzone anzusetzen. Der Druck regt die Durchblutung und die Zirkulation der Flüssigkeit im Bindegewebe an. So erhalten die Zellen verstärkt Sauerstoff. Das wiederum löst Verspannungen und macht die Bindegewebsstrukturen elastischer. Um die Oberfläche der Haut sichtbar zu verändern, braucht es allerdings 200 bis 300 Behandlungen. So verstärkst du den Effekt: Bau neben deinem Faszientraining Kraft und Ausdauer auf und achte auf eine gesunde Ernährung.

Wahr oder falsch? Faszientraining verlängert die Beine

Das Gerücht. Es heißt, das Faszientraining sei sogar in der Lage, längere Beine zu zaubern.
Das ist dran an diesem Mythos. Diese Aussage klingt nach einer Zeitungsente – und das ist es auch. Die perfekten, langen Beine der Stars sind vermutlich eher der Foto-Retouche als dem Faszientraining geschuldet.
Wie Faszientraining wirklich hilft. Vielleicht verschafft dir das Faszientraining keine endlos langen Beine – dafür aber ein ausgezeichnetes Körpergefühl. Der Grund? Das Rollen löst Verspannungen und macht das Bindegewebe flexibler. Deshalb bewegen sich Menschen, die regelmäßig die Faszienrolle anwenden, federnd, geschmeidig und elegant. Gut möglich, dass sie aus diesem Grund stärker auffallen.

Wahr oder falsch? Stress lässt das Bindegewebe schmerzen

Das Gerücht. Ein Leben unter ständigem Hochdruck soll Schmerzen im Faszienbereich verursachen.
Das ist dran an diesem Mythos. Kein Mythos, sondern Fakt: Tatsächlich setzt der Körper in Stresssituationen bestimmte Hormone frei, die zu angespannten Faszien führen. Die Muskeln sind daran nicht beteiligt. Weil Dauerstress das Bindegewebe in permanenter Anspannung hält, sind verfilzte, schmerzende Faszien die Folge. Häufig ist das die Ursache von Rücken- oder Gelenkschmerzen.
Wie Faszientraining wirklich hilft. Wiederholtes Faszientraining kann tatsächlich Verklebungen lösen und Schmerzen lindern oder sogar wegrollen. Das funktioniert auch vorbeugend.

Unser Fazit

Lass dich von Märchen rund ums Faszientraining nicht in die Irre führen. Nutze die Faszienrolle als das, was sie ist: Sie hilft dir, beweglicher zu werden und Schmerzen vorzubeugen. Und das reicht doch völlig aus, oder?